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Was bei ISDN ein Anlagenanschluss ist, das nennt man bei VoIP Trunking - das Verwenden eines zusammenhängenden Bereichs von Rufnummern mit Durchwahlziffern. Der Provider Sipgate hat diese Funktion jetzt eingeführt, allerdings wird dabei eine spezielle Syntax der SIP-Meldungen benutzt, die Anpassungen an Cactus erforderte; diese sind in Version 1.25 realisiert.
Eine häufig gestellte Frage lautet: Kann man mit Cactus eine Telefonanlage auch ins Skype-Netz einbinden? Die Antwort: Im Prinzip ja, aber mit sehr großen Einschränkungen. Skype ist ein proprietäres, nicht offengelegtes Protokoll; ein Telefonieren damit ist deshalb nur mit der speziellen Skype-Software möglich, nicht mit den Programmen anderen Hersteller. Deshalb bietet Skype selbst mit "Skype for SIP beta" mittlerweile einen (halbwegs) standardkonformen SIP-Zugang an. Dieser erlaubt es zwar, von Skype-Teilnehmern angerufen zu werden, aber offensichtlich aus firmenpolitischen Gründen ist die umgekehrte Richtung nicht möglich. Ferner unterstützt Skype for SIP den üblichen G.711-Codec nicht, der eine Grundvoraussetzung zur Einbindung herkömmlicher analoger oder ISDN-Telefone in die Telefonanlage wäre.
03.02.09
ENUM-Konzept stagniertKurze Zeit nach der Einführung von VoIP-Telefoniediensten kam man auf die Idee, Telefonummern in einem System abzubilden, das mit dem Domain Name System (DNS) kompatibel ist. Dieses ENUM genannte Verfahren (telephone number mapping) basiert darauf, dass die Telefonnummer umgedreht und inklusive internationaler Vorwahl als Subdomain von e164.arpa verwendet wird. Aus +49 89 123 wird also 3.2.1.9.8.9.4.e164.arpa.
So plausibel das System klingt, konnte es sich trotz anfänglicher Euphorie nicht recht durchsetzen. Die Zahl der bei der deutschen Registratur DENIC angemeldeten ENUM-Domains stagniert seit dem Frühjahr 2007 unter 8000, siehe Grafik. Aus diesem Grund ist derzeit ENUM in Cactus nicht geplant. - Nachtrag Januar 2010: Die Anzahl der ENUM-Domains blieb laut DENIC auch 2009 unter 8000.
Cactus 1.20 erlaubt es, entweder in der Nebenstellen-Liste des Programms oder auch von SIP-Telefonen aus Rufumleitungen zu programmieren. Die Umleitungen sind unabhängig von den Fähigkeiten der verwendeten VoIP-Telefone nutzbar und können andere Nebenstellen, Rufgruppen oder auch externe Nummern wie Mobiltelefone sein. Dabei lehnt sich Cactus an die von Mobiltelefonen bekannten Programmier-Sequenzen an; wenn man die Zielnummer einfach weglässt, wird die jeweilige Umleitung deaktiviert.
**21*Nr# - Immer sofort umleiten (# optional, gleichwertig mit Abheben)
**62*Nr# - Nicht erreichbar (Telefon nicht registriert oder antwortet nicht)
**61*Nr# - Nichtmelden (Anruf wird nicht innerhalb z.B. 20 s angenommen)
**67*Nr# - Besetzt (Teilnehmer spricht bzw. hat gerade keine freie Leitung)
**002*Nr# Setzt alle obigen Umleitungen auf die angegebene Zielnummer
**004*Nr# Setzt alle bedingten Umleitungen, d.h. alle außer "immer"
In der Schweiz sowie in Belgien, Dänemark, Estland, Frankreich, Griechenland, Italien, Norwegen, Polen, Spanien und Tschechien ist auch bei Ortsgesprächen, anders als in Deutschland und Österreich, die Verwendung der Ortsvorwahl erforderlich. Dadurch kann dort die Ziffer 0 auch direkt nach der Vorwahl vorkommen. In Cactus 1.10 kann deshalb für die Benutzung in diesen Ländern die automatische Ergänzung der lokalen Ortsvorwahl für Nummern, die nicht mit 0 beginnen, abgeschaltet werden. Darüber hinaus kann man jetzt Nummernbereiche definieren (z.B. 11...), denen grundsätzlich keine Vorwahl vorangestellt wird.
Manche Router (z.B. Speedtouch) besitzen eine ALG-Funktion. Nein, das heißt hier nicht etwa Arbeitslosengeld, sondern "Application Level Gateway". Gemeint ist damit, dass der Router den Inhalt von TCP- und UDP-Datenpaketen nach eigenem Gutdünken ändert und beispielsweise interne und externe IP-Adressen in den SIP-Daten austauscht. Da Cactus dort aber bereits selbst die per STUN-Abfrage ermittelte externe IP-Adresse einfügt, ist die ALG-Funktion nicht nur überflüssig, sondern führt typischerweise zum Nichtfunktionieren der Software. Falls Sie also einen solchen Router besitzen, deaktivieren Sie ALG zumindest für den typischerweise verwendeten SIP-UDP-Port 5060 (ggf. auch für 5062).
Bei Speedtouch-Routern geht das via Telnet so:
-> connection unbind application=SIP port=5060
-> saveall
Einige Provider, z.B. Dus.net, bieten die Möglichkeit, unter einem einzigen SIP-Account mehrere Telefonnummern zu verwalten. Cactus 1.06 unterstützt diese Möglichkeit jetzt nicht nur ankommend (DDI = direct dial-in, Durchwahl anhand der Rufverteilung), sondern auch abgehend: Man kann einzelnen Nebenstellen bestimmte externe VoIP- oder auch ISDN-Telefonnummern zuordnen, so dass beim Angerufenen eine individuelle Nummer angezeigt wird.
Bisher konnte man in Cactus mit einem SIP-Telefon VoIP- oder ISDN-Gespräche an ein anderes SIP-Telefon und VoIP-Gespräche an ein SIP- oder ISDN-Telefon weiterverbinden. Jetzt ist auch das Verbinden eines ISDN-Gesprächs via SIP zu einem ISDN-Telefon möglich, so dass alle denkbaren Kombinationen abgedeckt sind.
Die aktuelle Cactus-Version kann nicht nur in Europa, sondern auch in Nordamerika und anderen Teilen der Welt eingesetzt werden. Beispielsweise erfolgt abhängig von der eingestellten eigenen Landesvorwahl die ISDN-Sprachcodierung entweder als µ-Law oder als A-Law. Auch wird berücksichtigt, dass in Kanada und den USA die internationale Vorwahl nicht 00, sondern 011 lautet und man bei Ferngesprächen 1 statt wie in Europa 0 vorwählt. Wie schon bisher ist die Software zwischen Deutsch und Englisch umschaltbar.
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